Architektur & Fachplanung

Expertise

  • Wir verfügen über umfangreiches Wissen und Erfahrung in allen für Ziviltechniker und sonstige Planer (zB Ingenieurbüros, Baumeister) sowie ihre Auftraggeber relevanten Bereichen. Wir wirken bei der Festlegung von Leistungsbildern und Honorarsystemen mit, unterstützen beim vertraglichen Schnittstellenmanagement mit Projektsteuerern und sonstigen Verfahrensbetreuern, bei der Abgrenzung zu Projektsteuerern und sonstigen Verfahrensbetreuern und sichern faire Planerverträge auf Augenhöhe mit dem Bauherrn. Bei der Abwicklung von Planungsprozessen arbeiten wir häufig gutachterlich und helfen so, streitige Punkte nicht vor Gericht zu bringen. Im Konfliktfall vertreten wir aber auch vor allen Gerichten und Behörden. Darüber hinaus verstehen wir uns auch als Meinungsbildner und bringen uns aktiv in eine Reihe von Diskussionen innerhalb der Kammern der Architekten und Ingenieurkonsulenten sowie der Wirtschaftskammern ein. Diese thematische Verbundenheit mit den Planern resultiert auch aus dem Umstand, dass wir deren Interessensvertretungen häufig bei öffentlichen Beschaffungen unterstützen.

Referenzen

Mitwirken bei der Einigung in einem Schlichtungsverfahren (September 2015)

Aufgabe:
Die Auftraggeberin führt zur Findung eines Generalplaners für umfangreiche Umbau- und Sanierungsarbeiten bei einem Krankenhaus ein Verhandlungsverfahren mit vorheriger EU-weiter Bekanntmachung zum Abschluss einer Rahmenvereinbarung mit einem Wirtschaftsteilnehmer durch. Gegen die (noch nicht bestandsfesten) Teilnahmeunterlagen wurde von der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten bei der Ombudsstelle für Vergabewesen ein Antrag auf Prüfung der Ausschreibungsunterlagen eingebracht. Dabei wurden insbesondere die zu hohen Anforderungen an Referenzprojekte für die Eignung und Auswahl und die Möglichkeit der Mehrfachbeteiligung kritisiert.

Lösung:
Im ersten Schritt wurde in einer Stellungnahme detailliert dargestellt, dass die Vorgaben der Auftraggeberin in den Teilnahmeunterlagen aus vergaberechtlicher Sicht jedenfalls zulässig sind. Anhand einer Gegenüberstellung des ausgeschriebenen Projekts und des Referenzprojekts hinsichtlich der Projektart, der Klasse des Schwierigkeitsgrades der Planung gemäß HOA, der Baukosten, des Umfangs der Planungsleistungen und der Leistungsphasen nach HOIA wurde die sachliche Rechtfertigung der von der Auftraggeberin geforderten Mindestanforderungen für das Referenzprojekt aufgezeigt. Weiters wurden im Schriftsatz die – zwingend einzuhaltenden – Vorgaben der europäischen und nationalen Gerichte dargestellt und aufgezeigt, dass das von der Antragstellerin geforderte absolutes Verbot einer Mehrfachbeteiligung im Vergabeverfahren dem Unionsrecht widerspricht und die Regelung der Auftraggeberin in den Teilnahmeunterlagen zur Einhaltung der vergaberechtlichen Vorgaben geboten ist.

Im nächsten Schritt konnte dann in internen Gesprächen zwischen den Vertretern der Auftraggeberin und der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten eine Einigung erzielt werden. Nach einer (geringfügigen) Berichtigung der Teilnahmeunterlagen durch die Auftraggeberin wurde der Antrag auf Prüfung der Ausschreibungsunterlagen zurückgezogen und das Vergabeverfahren mit rund 1-monatiger Verzögerung fortgesetzt.