Bau und Baumanagement

Expertise

  • Wir beraten und begleiten Bauprojekte und deren Beteiligte von der Projektentwicklung weg in allen Phasen des jeweiligen Vorhabens. Dazu zählen insbesondere die Unterstützung bei der Festlegung der Aufbau- und Ablauforganisation, die Vergabe von Konsulenten- und Professionistenleistungen, der Entwurf und Abschluss von Verträgen mit allen Baubeteiligten (Projektmanagement, Planer, Bauaufsicht, Professionisten, Betreiber etc), die Durchsetzung oder Abwehr von Mehrkostenforderungen (Claim-/Anticlaimmanagement), die Erledigung von Gewährleistungsmängeln und Schadenersatzansprüchen und auch die Begleitung und Vertretung in Konfliktsituationen – sei es außergerichtlich, vor Schiedsgerichten oder vor staatlichen Gerichten und Behörden. Wir unterstützen in sämtlichen Bereichen von Hoch- und Tiefbauten und verfügen über besondere Expertise bei innovativen Abwicklungsmodellen (Totalunternehmer, Generalunternehmer plus, Betreiber- und Lebenszyklusmodelle, GMP, Alliance Contract etc).


    Wir sind zudem seit April 2014 Partner der Initiative „Faire Vergaben sichern Arbeitsplätze“, in der sich drei Fachgewerkschaften, zwölf Bundesinnungen und zwei Fachverbände zusammengefunden haben, um gemeinsam gegen Lohn- und Sozialdumping und für faire Auftragsvergaben von Leistungen bei Bauprojekten einzutreten. Im Rahmen dieser Initiative war unsere Kanzlei maßgeblich an der Entwicklung der am 10.12.2015 im Nationalrat einstimmig beschlossenen BVergG-Novelle 2015 beteiligt, welche insbesondere die Zielsetzung des Qualitätswettbewerbs (durch die Stärkung des Bestangebotsprinzips) und die Eindämmung von Lohn- und Sozialdumping bei der Vergabe öffentlicher Aufträge verfolgt.

Referenzen

Kraftwerksbau – Triebwasserweg – Allianzvertrag (Jänner 2017)

Aufgabe:
Ein österreichischer Stromerzeuger errichtet ein Kraftwerk, bei dem ein Los die Herstellung eines 23 km langen Triebwasserweges samt Zugangsstollen umfasst. Geplant ist die Auffahrung der beiden Teiläste mit zwei Tunnelvortriebsmaschinen im Parallelvortrieb. Der Auftrag wurde bereits 2013 an einen Auftragnehmer vergeben, welcher zwischenzeitig die Baustelleneinrichtung und den Zugangsstollen errichtet und die beiden TVM installiert hat. Anfang 2017 wurde der Vertrag mit diesem Auftragnehmer aufgelöst und ein neuer Auftragnehmer gesucht.


Lösung:
Beratung des Auftraggebers im Hinblick auf die Wahl eines geeigneten Vertragsmodells für die möglichst rasche Übernahme der Baustelle und Weiterführung der Bauarbeiten durch einen neuen Auftragnehmer. Zentrale für die Modellwahl wesentliche Parameter waren: Der neue Auftragnehmer soll die Leistung des alten Auftragnehmers fortführen, wobei eine Leistungsabgrenzung und die Konkretisierung des Leistungsumfangs sehr schwierig sind und nur mit einem erheblichen zeitlichen Aufwand ermittelt werden könnten; Verträge, Geräte (zB TVM) und die Baustelleneinrichtung des ursprünglichen Auftragnehmers müssen vom zukünftigen Auftragnehmer übernommen werden.

Basierend auf dem in Australien für große und komplexe Infrastrukturprojekte eingesetzten Vertragsmodell Alliance Contract wurde der erste in Österreich eingesetzte Allianzvertrag ausgestaltet. Zentrale Eckpunkte dieses Vertragsmodells sind die Vergütung nach open books sowie ein an der Projektperformance orientiertes Bonus-Malus-System. Eine weitere Besonderheit dieses Modells ist, dass die Risiken (zB Baugrundrisiko) im Wesentlichen von den Projektbeteiligten gemeinsam getragen werden. Auftraggeber und Auftragnehmer arbeiten in einer gemeinsamen (hierarchischen) Projektorganisation zusammen, um die besten Ergebnisse für das Projekt zu erzielen. Weiters ist vertraglich ein standardisierter Konfliktlösungsprozess vorgesehen.